Wie Sie 5 Tage in einem Outfit überleben

Auf Mehrtagestouren habe ich meist ein Merino-Shirt dabei. Es kühlt wenn es warm ist, hält mich trocken und bleibt über mehrere Tage geruchsfrei. Bei kühlen Temperaturen bildet es die ideale Basisschicht und kann gut mit anderen Kleidungsstücken aus Wolle kombiniert werden (Zwiebelprinzip). 

Generell achte ich darauf, dass die Merinowäsche eng anliegt. Abgesehen davon, dass ich bei der ersten Schicht Schlabberkleidung weder schön noch praktisch finde, funktioniert die Klimaregulierung von Merinowolle am besten, wenn sie in Kontakt mit der Haut ist. 

In eher warme Gegenden nehme ich meist ein Shirt mit Mischgewebe (Merino kombiniert mit anderen Fasern) oder ein Shirt mit dickerem und festerem Gewebe mit. Der Grund ist einfach: Wenn das Shirt die oberste Schicht ist, wird es stark beansprucht: Rucksack, Hose und Klettergurt reiben an dem Material. Das hat bei meinen dünnen Merino-Shirt oft zu partiellem Pilling und - sehr ärgerlich - Löchern an Schulter und Hüfte geführt. Felsen, Äste und Dornen tun ihr übriges. Daher setze ich auf die stabiles Gewebe. Diese Shirts behalten auch beim Waschen ihre Form besser als die dünnen. 

Mehrtagestour auf Sardinien

Sind T-Shirt oder Hemd die oberste Schicht, werden sie durch den Rucksack stark beansprucht.

Ganz Merino für alles andere

Ansonsten setze ich ganz auf Merino bei allen anderen Kleidungsstücken. Ich verwende dünne Socken von Smartwool sowie einen Longsleeve, einen Hoody und kurze und bei Bedarf auch lange Unterhosen von Ortovox. 

Von den Socken, dem T-Shirt und den kurzen Unterhosen kommt oft je ein Ersatzexemplar mit. Meist verwende ich je eines für den Tag und die Aktivitäten. Das jeweils andere Exemplar dient für eine angenehme Nacht. 

Das hat auch den Vorteil, dass eventuell nass gewordene Wäsche leicht getrocknet werden kann. Merinowäsche trocknet schnell. Ich wasche sie von Hand mit etwas (wenig!) Wilderness-Wash und hänge sie nachts auf, trockne sie (nicht zu nah!) am Feuer oder nehme sie zum Trocknen mit in den Schlafsack. Beim Trocknen im Schlafsack achte ich darauf, dass ich durch die nasse Wäsche nicht friere. 

Merinowäsche beim Trocknen

Back to Business

Auch im Arbeitsalltag setze ich zunehmend auf Kleidung aus Merino-Wolle. Ich bin auch auf (Gehäschäfts-)Reisen gerne leicht und mit wenig Gepäck unterwegs. Durch Einsatz der Naturwolle braucht es nicht für jeden Tag eine frische Garnitur. Bei Bedarf kann ich meine Wäsche schnell waschen und trocknen. Das ist allerdings meist gar nicht notwendig. Denn sie bleibt über mehrere Tage geruchsarm, so dass man ohne mulmiges Gefühl im Trainingsraum oder dicht gedrängt im Zug arbeiten kann. 

 

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